Es wird interessant sein zu sehen, wo und wie dieses eigenwillige Denken, wo die Diskursethik, die Öffentlichkeitsidee oder das deliberale Rechtsstaatskonzept in den Disruptionen unserer Zeit wirksam bleiben kann und wo nicht.
@hongmathias
Human Rights & Constitutional Law • Prof. of Public Law (Kehl) (private account; reposts ≤ endorsement) • 2005-2008: law clerk @BVerfG (Federal Constitutional Court of Germany) • https://verfassungsblog.de/author/mathias-hong/ • (Foto (c) U. Völkner)
Es wird interessant sein zu sehen, wo und wie dieses eigenwillige Denken, wo die Diskursethik, die Öffentlichkeitsidee oder das deliberale Rechtsstaatskonzept in den Disruptionen unserer Zeit wirksam bleiben kann und wo nicht.
Jürgen Habermas war in der Intellektuellengeneration eine der deutlichsten Stimmen für die europäische Integration. Andere wurden immer nationaler, er nicht. Zuletzt im Nov 2025 in der SZ: "die weitere politische Integration Europas so überlebenswichtig wie noch nie."
Er wird fehlen.
"Eine der einflussreichsten Stimmen Deutschlands in der Welt ist verstummt."
(... zumal solche Erklärungspflichten ja u.U. funktional äquivalent zu Regelanfragen bei Verfassungsschutzbehörden sein können ...?) 9/9
(Soll das unabhängig von der Fördersumme gelten?)
Strengere Maßstäbe gelten danach etwa für Pflichten zu "Bekenntniss[en]" der Buchhandlungen. (Gilt das auch für Pflichten zu Negativerklärungen, etwa: keine verfassungsfeindlichen Bücher zu verkaufen ...) 8/
Es reiche aber nicht, "dass die Kunstförderung einen grundrechtlichen Freiheitsbereich – eben die Kunst – betrifft".
Die Bundesregierung dürfe danach "ohne gesetzliche Grundlage antisemitische oder rassistische" (oder sonst verfassungsfeindliche) "Kunst von der ... Förderung ausschließen". 7/
Gleichheitsrechte: Die Prüfung wird "strenger, wenn sich die Ungleichbehandlung zugleich auf die grundrechtlichen Freiheiten auswirkt".
"Ist dies der Fall, bedarf es nach der Wesentlichkeitstheorie auch einer gesetzlichen Grundlage." (Siehe bsky.app/profile/hong...) 6/
Aber: "Fördervoraussetzungen sind nicht unmittelbar an der Kunst- oder Meinungsfreiheit zu messen" (unter Verweis auf Möllers/Weinberg, Öffentliche Kunstfreiheit, 2026, S. 96 ff., i.E.). (Gilt das auch für Jawboning, bsky.app/profile/hong...) 5/
Auch § 25d führe "nicht weiter". (Auf § 25d II 2 geht Weinberg nicht ein. Sein zustimmungswürdiger Punkt, dass ein Erst-Recht-Schluss zu unbestimmt wäre, dürfte aber auch auf einen Versuch übertragbar sein, § 25d II 2 für einee Ausweitung des Begriffs nachrichtendienstl. Mittel abzuleiten.) 4/
"... mit 25.000 Euro in irgendeiner Weise die besonders gewichtigen Rechtsgüter des § 19 Abs. 3 BVerfSchG berühren könnte."
"Zweitens" betreffe die Norm (für Weinberg: versehentlich) nur „mit nachrichtendienstlichen Mitteln" Erhobenes, was "im Haber-Verfahren in aller Regel nicht" der Fall sei. 3/
§ 20 II BVerfSchG (vgl. bsky.app/profile/hongmathias.bsky.social/post/3mgmn2n75xt2v) "soll das schon zuvor praktizierte Haber-Verfahren legalisieren".
"Recht offensichtlich – erstens –" gebe es aber "keine tatsächlichen Anhaltspunkte dafür, dass die Förderung der Buchhandlungen ..." 2/
Nils Weinberg @nilsweinberg.bsky.social:
"Die Übermittlung der Information" über die drei Buchhandlungen "ist rechtswidrig". "Es fehlt an der erforderlichen Ermächtigungsgrundlage."
(Aber für die Fördervorausetzungen selbst bestehe grundrechtlich großer Spielraum. Hier habe ich Fragen.)
1/9
Diese Woche ist Semesterstart an der Europa-Universität Flensburg. Wir haben nämlich europäische Semesterzeiten und folgen nicht dem deutschen Sonderweg, der Auslandssemester andernorts sehr erschwert, für Outgoings und Incomings. In der ersten Besprechung für das Seminar "Literatur und Recht" im Masterstudiengang "Kultur-Sprache-Medien" diskutieren wir einen tollen kleinen Text von Margarete Stokowski über Sprache aus dem Band "Eure Heimat ist unser Albtraum". Stokowski beschreibt darin die unterschiedlichen Wertigkeiten, die Sprachkenntnissen zugemessen werden: Französisch super, Türkisch nicht so, Englisch klasse, Polnisch eher nicht. In der ersten Vorlesung "EU Law and Politics" im Bachelorstudiengang "European Cultures and Society" mache ich mit den Studierenden seit Jahren eine Soziometrie, bei der sie sich aufstellen nach der Anzahl der Sprachen, die sie beherrschen. Ich sage immer dazu, dass Dialekte und Stammessprachen auch zählen. Alle Sprachen, mit denen wir auf je eigene Weise die Welt beschreiben, beschenken uns. Die Studierenden strahlen dann. Wir reden meist noch über Wittgenstein und Multilingualität in der EU, und das ist ein toller Semesterstart.
Umschlag des Sammelbandes "Eure Heimat ist unser Albtraum"
Erste Seite des Beitrags von Margarete Stokowski über "Sprache".
Zum Semesteranfang.
Posted over at that other place, figured there may be interest here. (Can't do long tweets here, so just cutting and pasting.)
... which was exactly Gienapp's point?
(See, e.g., the reference in this post from Sept. 2024, from the other place.) 3/3
On first glance I'm doubtful if the study, as designed, really contradicts Gienapp's main points.
If until 1786, "US and British connotations
... appear in more equal measure", and 1786-1799 the US connotation "significantly more", the meaning would have been shifting ('blurry') in 1787-1789... 2/
"Highly recommended" by Solum: Schulzke & Capodilupo
The "blurring" of "textual and open-textual traditions" of the meaning of Constitution has "seemingly reached ascendance" with @jgienapp.bsky.social's challenge to originalism.
The study, however, claims to "undermine" any such "blurring".
Quote: “The Court is, simultaneously, the complainant, the investigator, the judge, and the sentencer.”
India’s Supreme Court has banned a school textbook discussing judicial corruption.
ANMOL JAIN examines the Court’s extraordinary intervention in the NCERT affair – and why it raises serious concerns about contempt law and judicial self-protection.
verfassungsblog.de/the-indian-s...
New article on political trust:
"...basic trust can be betrayed when particular citizens vote aspiring autocrats into office. Under such circumstances, there is a special burden on these citizens to disavow at least the policies that could further autocratization."
Plaxton: "[T]hese cases, and the constitutional interpretive methodology for which they stand, are fundamentally based on bedrock ideas of political morality and philosophy...".
Schmidl: "I am a German citizen working in the field of international law, motivated in large measure by my country’s horrific past. The German government’s seeming abandonment of fundamental norms feels deeply personal and, quite frankly, like betrayal."
I have just joined an ongoing project at the EUF led by @feministconlaw.bsky.social on inclusion, diversity and the teaching of European Studies. This is a partnership with 6 others universities in the EU trying to assess and create new teaching methods in European Studies at undergrad level. 1/5
It is easy to stand up for international law in times of peace and prosperity. The real test comes when it is inconvenient.
The German government was quick to condemn Iran’s violent crackdown and retaliatory attacks – but remains silent on the US-Israeli unlawful war on Iran.
Strategically short‑sighted and dangerous, argues ANNA-CHRISTINA SCHMIDL
verfassungsblog.de/an-abdicatio...
Shaw highlights this in the latest ep. of @strictscrutiny.bsky.social 3/3
storage.courtlistener.com/recap/gov.us...
"The systematic character of this practice and its deliberate elimination of every structural feature that distinguishes constitutional authority from raw force place it beyond the reach of ordinary legal description."
(District Juge Joseph R. Goodwin) 2/
Urquilla-Ramos v. Trump (via @kateshaw.bsky.social):
"[A]gents of the federal government—masked, anonymous, armed with military weapons, operating from unmarked vehicles, acting without warrants ...—are seizing persons ... and imprisoning them without any semblance of due process."
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You may have noticed that when you ask an AI chatbot to evaluate ideas, it often starts with enthusiasm. And when you criticize its enthusiasm, it drops the enthusiasm. I asked Claude (Sonnet 4.6 extended) why it did this, and it had this reply—not news, but worth emphasizing.
Thiele zum Ehegattensplitting: Die Regelung sollte "keine diskriminierende Wirkung gegenüber Frauen entfalten bzw.
ein bestimmtes Ehe- und Familienmodell privilegieren".
"Vor dem Hintergrund des Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG wäre ... allenfalls eine partielle Privilegierung der Zweiverdienerehe denkbar."
The 2026 National Science Foundation budget is $8.75 Billion.
"I think the counter to Trump always has been and always will be civil society. A lot of the left wants social change to look like the French Revolution or Che Guevara. Maybe changing the world is more like caregiving than it is like war." 7/7