6) New York Public Library, Harris & Ewing, Lida Heymann und Anita Augspurg, 1913. 9/9
6) New York Public Library, Harris & Ewing, Lida Heymann und Anita Augspurg, 1913. 9/9
Bilder:
1) Library of Congress, Harris & Ewing, Lida Heymann und Anita Augspurg, 1924.
3) Bundesarchiv, Delegation der NSDAP beim Deutschen Tag Coburg, 1922 (CC-BY-SA 3.0).
5) Wikimedia, SA-Männer besetzen ein Gewerkschaftshaus am Engelufer in Berlin, 1933. 8/9
Weiterführend:
Anne-Laure Briatte, Bevormundete Staatsbürgerinnen. Die radikale Frauenbewegung im Deutschen Kaiserreich, Frankfurt 2019.
Anna Dünnebier, Ursula Scheu, Die Rebellion ist eine Frau. Anita Augspurg und Lida G. Heymann. Das schillerndste Paar der Frauenbewegung, Kreuzlingen 2002. 7/9
Die beiden sind auch privat ein Paar. Nach Deutschland kehren sie nicht mehr zurück. Ihren Kampf gegen den Faschismus führen sie im Exil weiter. Heymann stirbt 1943 mit 75 Jahren in der Schweiz, Augspurg bald darauf.
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Heymann und Augspurg schreiben weiter gegen die Nazis an. Als Hitler im Januar 1933 die Macht übernimmt, sind sie gerade im Urlaub auf Mallorca. Das rettet ihnen das Leben. Die Nazis verwüsten ihr Büro in München und beschlagnahmen ihren Besitz. 5/9
Mit einer Delegation aus verschiedenen Frauenvereinen gehen die beiden Journalistinnen zum bayrischen Innenminister. Die Frauen reden eineinhalb Stunden auf den Politiker ein – allerdings erfolglos. Der Minister gibt zu verstehen, dass er Hitler einer linken Regierung vorzieht. 4/9
Die Nazis nehmen ihre Artikel als Anlass, um in München die Veranstaltungen der Frauenbewegung zu stürmen. Sie bepöbeln und bedrohen die Aktivistinnen bei jeder Gelegenheit. Ein Nazitrupp prügelt bei einer Veranstaltung sogar mit Schlagstöcken auf das Publikum ein. 3/9
Anfang 1923 ist die NSDAP in großen Teilen des Deutschen Reichs verboten. Doch Bayern duldet den Nazi-Terror. Lida Heymann und Anita Augspurg warnen daher vor dem Antisemitismus der Faschisten. 2/9
Februar 1923, München: Die Journalistinnen Lida Heymann und Anita Augspurg fordern beim bayrischen Innenminister die Ausweisung von Hitler nach Österreich. Heymann und Augspurg sind seit Jahrzehnten führende Mitglieder der Frauenbewegung. Ihre Artikel bringen sie auf die Todesliste der Nazis. 1/9
Gerne!
Bilder:
1) Wikimedia, Sesselfrau im Wiener Votivpark.
Wien Museum, Wilhelm Gause, Die Lästerallee im Wiener 3) Prater, um 1895 (CC BY 4.0).
4) Wikimedia, Sesselfrau in einem Pariser Park, circa 1900.
5) Wikimedia, János Korom, Sessel im Burggarten, 2005 (CC BY-SA 2.0). 7/7
Weiterführend:
Claudia Gröschel, Beruf: Sesselfrau, Die Grüne Schatzkammer, 2021.
Astrid Göttche, Unterwegs mit den bösesten Zungen der Stadt. Lästeralleen im Wien des Fin de Siècle, Wien Museum Magazin, 2023. 6/7
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwinden sie langsam aus dem Wiener Stadtbild. Die Personalakten der Österreichischen Bundesgärten verzeichnen aber noch bis 1961 Sesselfrauen.
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Die Frauen verlangen daher ein Trinkgeld, wenn sie den Parkbesucher:innen Stühle aufstellen.
Die „Wiener Sesselanstalt“ hat sie zudem ständig unter Verdacht, bei den Abrechnungen zu tricksen. Es gibt deshalb extra Angestellte, die die Sesselfrauen heimlich überwachen. 4/7
Es braucht sie, da es in den Wiener Parks nur wenige Bänke gibt. Von der Stadt bekommen die Sesselfrauen für ihre Arbeit pro Tag 2 Kronen – das entspricht 16 Euro. Im Winter und bei schlechtem Wetter erhalten sie gar keinen Lohn. 3/7
Viele Gäste stören sich heute an der Laune der Wiener Kellner:innen. Dabei wäre die leicht zu verbessern. Denn vor allem miese Arbeitsbedingungen machen in der Gastro Freundlichkeit schwer. Anfang des 20. Jahrhunderts gelten die Sesselfrauen als besonders unfreundliche Berufsgruppe. 2/7
Bis in die 1960er-Jahre sorgen „Sesselfrauen“ dafür, dass die Wiener:innen im Park bequem sitzen können. Sie verleihen bewegliche Sessel, kümmern sich um ihre Pflege und stellen sie für Parkgäste auf. Die Sesselfrauen sind allerdings völlig überarbeitet – und können nur mit Trinkgeld überleben. 1/7
5) Wikimedia, Mohammad Sayyad, Proteste zum Internationalen Frauentag in Teheran 2, 1979.
7) Farnews, Proteste nach dem Tod von Mahsa Amini in Shiraz, 2022 (CC BY 4.0). 10/10
Bilder:
1) Wikimedia, Rana Javadi, Internationaler Frauentag in Teheran, 1979.
2) Wikimedia, Tehran Ashura Demonstration, 1978.
3) Wikimedia, Ruhollah Chomeini während einer Pressekonferenz, 1979.
4) Wikimedia, Mohammad Sayyad, Proteste zum Internationalen Frauentag in Teheran 1, 1979. 9/10
Weiterführend:
Eskandar Sadeghi, Iran’s Uprisings for „Women, Life, Freedom“. Overdetermination, Crisis, and the Lineages of Revolt, Politics, 43 (3), 2003, 404–438. 8/10
Den feministischen Widerstand können die Islamisten aber nicht völlig brechen. Bei jeder Protestwelle gegen das Regime spielen Frauen eine wichtige Rolle – bis heute.
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Denn in den folgenden Jahren wird das Regime immer brutaler. Demonstrationen schlägt es mit Gewalt nieder. Wenn Frauen in der Öffentlichkeit ohne Kopftuch erwischt werden, bekommen sie bis zu 74 Peitschenhiebe. 6/10
Sechs Tage lang gehen die Frauen immer wieder auf die Straße. Es kommt zu mehreren Straßenschlachten mit konservativen Gegnern. Den Demonstrantinnen gelingt es sogar, kurzzeitig den Justizpalast zu besetzten. Sie erreichen, dass Chomeini nachgibt – wenn auch nur vorübergehend. 5/10
Damit bringt er auch religiöse Musliminnen gegen sich auf. Am Morgen des 8. März versammeln sich zehntausende Demonstrantinnen vor dem Präsidentenbüro in Teheran. Ihr Slogan: „Wir haben nicht Revolution gemacht, um uns zurückzuentwickeln.“ 4/10
Er kündigt ein Gesetz an, das nur Männern die Scheidung erlaubt. Das Heiratsalter für Mädchen will er auf 13 Jahre senken. Männer sollen mehrere Ehefrauen haben können. Chomeini will außerdem in Regierungsgebäuden eine Kopftuchpflicht für Frauen einführen. 3/10
Im Februar 1979 stürzt das iranische Volk den Schah. Beim Kampf gegen den autokratischen Herrscher sind viele Frauen dabei. Der Revolutionsführer Chomeini beginnt aber bald, eine frauenfeindliche Diktatur aufzubauen. 2/10
Seit über 100 Jahren demonstrieren Frauen am 8. März, dem Feministischen Kampftag, für Gleichberechtigung. 1979 will der iranische Revolutionsführer Chomeini an dem Tag eine Kopftuchpflicht einführen. Der Kampftag weitet sich daraufhin zu einer tagelangen Protestwelle gegen das Regime aus. 1/10
3) Hampel Kunstauktionen, Johann Sperl, Die fränkische Hochzeit, circa 1885.
5) Noiva do Cordeiro, Marco Antonio Emediato, Delila Fernandes, 2021.
7) Wikimedia, CEPFS, Gemüseanbau in Brasilien, 2013 (CC BY-SA 4.0). 10/10
Anete Roese, Adilson Schultz, Modos de vida alternativos. O caso da comunidade Noiva do Cordeiro, Revista Tecer 3 (5), 2010, 153-159.
Bilder:
1) Wellcome Collection, Karikatur Ein Priester schimpft mit einer Frau, 1891. 9/10
Weiterführend:
Luiz Paulo Rigueira de Morais, Wescley Silva Xavier, Daniel Calbino Pinheiro, Noiva do Cordeiro community. Contributions from elements of a system based on substantive economy, Cadernos EBAPE.BR 18 (4), 2020, 1040-1057. 8/10