"Im ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg, wo die Zeit ja auch nicht stehen geblieben ist, gibt es einen Kasten mit Sand, in dem man zur Entspannung mit einem kleinen Holzrechen Furchen ziehen kann."
Claudia Tieschky: "'Wir sind Teil dessen, was zuerst angegriffen wird'". In: Süddeutsche Zeitung, 12.03.2026, S. 19.
Gedicht
14.03.2026 07:20
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Wer keine physischen Bücher mehr sammeln möchte, hat nie über einen längeren Zeitraum mit Digitalisaten gearbeitet. Wer so agiert, entfesselt Furien des Verschwindens mit absehbar-unabsehbaren Folgen.
13.03.2026 14:45
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Dabei könnte man es ja nun eigentlich belassen.
13.03.2026 08:06
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"Die Poesie ist natürlich ein Ramschladen von Strukturen und Systematiken in verschiedenen Zuständen der Versehrtheit, Zitiertheit oder Entwicklung."
(Ann Cotten, 2013, "Ideal: Überfluss. Das supermarktförmige Gedicht, die warenkorbförmige Psyche")
13.03.2026 14:25
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»Drei Monate nach der Eröffnung der Londoner Great Exhibition am 1. Mai 1851 ergreift der
Weltausstellungskatalog selbst das Wort: „I am the Catalogue of the Great Exhibition. You
are the Public. I intend to have some private talk with you, and pour into your ear the story
of my early life.“1 In der von Charles Dickens herausgegebenen Wochenzeitschrift Household
Words erscheint The Catalogue’s Account of Itself, ein – anonym publizierter – Artikel von Henry
Morley. Darin tritt der Katalog als Sprechinstanz auf und erzählt seine zur Lebensgeschichte
stilisierte Entstehung.2 Er inszeniert sich dabei in generationeller Logik als Sohn zweier Eltern:
„father, the Exhibition“, dessen Namen er an die Nachwelt weitergeben werde, und „mother,
the Comittee“, die ihn unter Schmerzen geboren habe.3 Im Rahmen dieses autodiegetischen
It-Narrative – ein seit Mitte des 18. Jahrhunderts populäres Genre, in dem Dinge oder Tiere
in Ich-Form erzählen4 – macht der Katalog etwas für ihn eigentlich Untypisches, wie er
selbst reflektiert: Zu Beginn des Textes kündigt er an, sein „business habit“ einer knappen
Sprechweise („my manner of speaking is extremely terse“) abzulegen und das Publikum mit
einer Flut von Klatschgeschichten – einer „tide of gossip“ – zu versorgen.5 Dies wird geradezu
als Befreiungsakt von der Bindegewalt der katalogischen Form dargestellt, wenn er als sein
Ziel formuliert „to un-catalogue myself […] to loosen myself from the accustomed bondage
by which I am compelled to travel only on a certain path.“6
[…]«
Jürjens, Kira u. Vedder, Ulrike (2022): „Kataloge: Medien und Schreibweisen des Verzeichnens. Zur Einführung“. In: Zeitschrift für Germanistik, Neue Folge XXXII, Heft 1, S. 7–18, S. 7.
Die Selbstbefreiung der Kataloge.
"to un-catalogue myself […] to loosen myself from the accustomed bondage
by which I am compelled to travel only on a certain path." ✊🏻
13.03.2026 07:54
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Aus für Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig?
Im Interview mit Bibliotheksforscher Nikolaus Bernau wird die Absurdität dieser Entscheidung mehr als deutlich.
13.03.2026 07:04
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Auch dieses Jahr wieder keine schlechte Auswahl.
(Jury: Dr. Marcella Prior-Callwey; Maryam Aras, Literaturkritikerin & Autorin; Dr. Ronald Düker, Literaturkritiker; Barbara Mundel, Intendantin, Münchner Kammerspiele; Mitglieder des Gremiums Literatur des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft)
13.03.2026 06:46
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"Tina Blase (Hamburg) für ein Kinder- und Jugendbuch, Paul-Henri Campbell (Großwallstadt) für einen Lyrikband, Paulina Czienskowski (Berlin) für einen Lyrikband, Marco Damghani (Leipzig) für ein Theaterstück, Gunther Geltinger (Köln) für einen Roman, Franziska Gerstenberg (Damnatz) für einen Roman, Tim Holland (Berlin) für einen Lyrikband, Frank Jakubzik (Mainz) für einen Roman, Katharina Kern (Berlin) für ein Theaterstück, Sascha Macht (Leipzig) für eine Erzählung, Matthias Nawrat (Berlin) für einen Lyrikband, Franziska Ostermann (Kiel) für einen Lyrikband, Necati Öziri (Berlin) für einen Roman, Christoph Peters (Berlin) für einen Roman, Andre Rudolph (Schwielowsee) für einen Lyrikband, Lara Rüter (Leipzig) für einen Lyrikband, Sasha Marianna Salzmann (Berlin) für einen Roman, Andreas Sauter (Berlin) für einen Roman, Jochen Schimanng (Oldenburg) für eine Erzählung, Ulrike Schrimpf (Augsburg) für ein Kinder- und Jugendbuch, Janna Steenfatt (Leipzig) für einen Roman, Markus Thielemann (Hannover) für einen Roman, Deniz Utlu (Berlin) für einen Roman, Tania Witte (Den Haag) für ein Kinder- und Jugendbuch, Barbara Zeman (Wien) für einen Roman.
Die Stipendien haben eine Laufzeit von bis zu zwölf Monaten und sind mit monatlich 3.000 Euro dotiert."
"Deutscher Literaturfond gibt Arbeitsstipendien und Projektförderungen bekannt"
Da kann man sich ja auf das eine oder andere kommende Werk freuen (und für die Autor:innen, dass sie schreiben können).
(www.boersenblatt.net/home/literat...)
13.03.2026 06:31
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Das änderte sich ja (glücklicherweise) nach Witschs Tod 1967. Im SZ-Artikel wird sein Nachfolger Neven Du Mont als derjenige beschrieben, der die politische Ausrichtung umgestaltete.
13.03.2026 06:24
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Ausschnitt aus einer Buchseite.
Text: "Um in der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus auch die gesellschaftlichen Eliten zu erreichen ('politische und pädagogische Schlüsselfiguren und Multiplikatoren' FN 264), griff das BMI 1955 zudem die Idee des antikommunistischen Witsch-Kreises um den Verleger Joseph Caspar Witsch auf, (FN 265) eine 'Soziologische Studiengesellschaft' zur antikommunistischen Schulung zu etablieren. Nach Beratungen gründete das BMI 1957 ein solches Schulungszentrum in Köln unter dem Namen »Ostkolleg« und gliederte es der Bundeszentrale für Heimatdienst an. Ursprünglich ging der Plan dafür auf den Gedanken zurück, den propagandistisch geschulten kommunistischen Rednern bundesrepublikanische Referenten
gegenüberzustellen, die in einem zentralen Schulungsinstitut überzeugende Vortragsweisen und Argumente erlernen sollten. Das spätere Ostkolleg ...".
Aus: Palm 2023, Fördern und Zensieren. Die Medienpolitik
des Bundesinnenministeriums nach dem Nationalsozialismus. Wallstein. Hier S. 346.
Die Anfänge von KiWi sind extrem (honi soi...) interessant.
#FrüheBRD
Palm 2023: Fördern und Zensieren. Die Medienpolitik
des Bundesinnenministeriums nach dem Nationalsozialismus. Wallstein. Hier S. 346.
12.03.2026 20:56
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12.03.2026 19:46
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12.03.2026 19:39
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PolitPro: Politik & Wahltrends - Apps on Google Play
Understanding politics easily: Compact, neutral and interactive for participation
Die App PolitPro ist ziemlich gut, was den Zugang und die Visualisierung der Daten von Umfrageinstituten in Deutschland und Europa angeht.
12.03.2026 19:39
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Man macht sich auch keinen Begriff, wie teuer Bücher waren: "Anfang 1901 schlossen Fischer und sein junger Autor den Vertrag über Buddenbrooks, bei dem Thomas Mann die im Verlag üblichen 20 Prozent des Ladenpreises von 12 Goldmark erhielt. Das Buch war teuer, nach heutiger Währung über 90 Euro."
12.03.2026 16:54
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Screenshot der Website des Shops des Filmverleihs und Filmproduktionsstudio dcm, das die Verfilmung Allegro Pastells zu verantworten hat. Angeboten wir eine rosa "Cap", auf der oberhalb des Schirms in rot-korall "ALLEGRO PASTELL" gestickt ist (29,90 €).
12.03.2026 16:33
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😑 ja
12.03.2026 07:03
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Wenn ich noch einmal höre, irgendwer habe diesen oder jenen Roman "verschlungen",
12.03.2026 06:26
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'Köln - Verkehrskreuz des Westens': 1953 tourism poster for Cologne, designed by Rudolf Hauser
11.03.2026 09:21
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liegt kein Boot auf dem Meer.
11.03.2026 11:29
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"Ausgehend vom Lebensweg ihres Vaters, der in den 1960er Jahren den Iran verließ und sich in Deutschland sowohl gegen das Regime Schah Mohammad Reza Pahlavis als auch gegen die sich nach der iranischen Revolution herausbildende Diktatur unter dem Ajatollah Ruhollah Khomeini auflehnte, verwebt der Text autobiografische Spurensuche mit einer Reflexion über den Machtmissbrauch autoritär agierender Regime. Ihr Text legt Verdrängtes der deutschen Geschichtsschreibung offen und bietet eine Gegenwartsanalyse, die sich beharrlich für Aufarbeitung und Verstehen einsetzt. Aras´ Sprache bearbeitet multiperspektivisch eine historische Wirklichkeit, ohne die prosaische Kälte ihres Gegenstandes zu scheuen. Dabei steht die politische Signifikanz ihres Textes in der Tradition Gustav Reglers."
https://www.sr.de/sr/srkultur/home/aktuelles/gustav_regler_preis_2026_alena_wagnerova_100.html
Es ist uns eine Freude, den diesjährigen Kurt-Tucholsky-Preis einer Autorin zuzusprechen, deren essayistisches Schreiben die linke Bewegungsgeschichte in Deutschland so neu und global denkt wie unsere Gegenwart es verlangt: Maryam Aras. Aras betrat die publizistische Bühne mit ihren scharfen, machtkritischen Analysen von Literatur und deren Rezeptionsmustern im mehrheitlich weißen deutschen Feuilleton, die zeigten, wie politisch engagiert die kleine Form der Rezension auftreten kann. Ihre Literaturkritik zeigt eindrücklich, dass ästhetische und politische Ansprüche eines Texts in ihrer ganzen Verwobenheit ergründet werden müssen. Das sorgfältige Auseinandersetzen mit dieser Gleichzeitigkeit spricht auch aus jeder Zeile ihrer eigenen Essayistik. Besonders beeindruckt ist die Jury von Aras’ literarischem Langessay Dinosaurierkind, der Anfang diesen Jahres erschienen ist. Durch einen bewegend persönlichen, aber nie sentimentalen Blick auf ihr eigenes Aufwachsen in Köln schreibt Aras die Geschichte ihres Vaters und anderer ‘Dinosaurier’: der Generation iranischer Dissidenten, die in den 1950er und 60er Jahren aus dem Iran geflohen sind und ihr politisches Engagement gegen Schah-Regime wie Khomeini-Diktatur im deutschen Exil fortsetzten und -setzen. Deutschland wird hier zu einem Raum vielfältiger politischer und aktivistischer Bewegungsgeschichten, die bislang nur wenig Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit bekommen haben. Aras dröselt Klischeebilder der 68er als weiß-deutscher Studierendenbewegung auf, indem sie die Arbeit der Conföderation Iranischer Studenten, aber etwa auch die der Generalunion Palästinensischer Studenten ins deutsche Gedächtnis einschreibt. So weist Dinosaurierkind – mal ausdrücklich, mal implizit – auch immer wieder auf unser Heute in einem Deutschland, das sich durch die Repressionen von Protest [...] [Hier wird das Alt-Text-Zeichenlimit überschritten, weiterlesen kann aber unter: https://tucholsky-gesellschaft.de/kurt-tucholsky-preis/preistraeger/]"
Nach dem Kurt-Tucholsky-Preis 2025 (Screenshot rechts) wurde Maryam Aras nun für "Dinosaurierkind" mit dem, zugegeben mir unbekannten, Gustav-Regler-Förderpreis 2026 ausgezeichnet (Screenshot links). Den Jury-Begründungen ist ja nur zuzustimmen.
12.03.2026 06:18
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Ja — der Kalender ist aus dem Roter-Stern-Verlag wie diese Ausgabe des ersten Bandes der "Männerphantasien" (die rororo-Ausgabe hat auch dieses Cover).
11.03.2026 17:49
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Ganzseitige Werbeanzeige in der November-Ausgabe der Vogue 1995, S. 127. Im Hintergrund auf dunkelblauen Grund steht "Jetzt zu haben", davor schräg plaziert das Cover der "Männer Vogue" November 1995; es sind 5 Personen abgebildet, darunter Marcel Reich-Ranicki unten rechts, wie er sich mit der Hand an den Kopf fasst; ihn überlappt eine schräge Banderole in der unteren rechten Coverecke in der "UHREN-SPEZIAL auf 14 Seiten" steht; Außerdem sind folgende Texte aut dem Cover verteilt: "Was Gewinnertypen antreibt: Eitelkeit macht stark", "Mentale Mobilmachung: Wie man seine Gehirnleistung vervielfacht", "Wo Männer bis an ihre Grenzen gehen: Eine Woche Klosterzelle, Lauf-Rausch beim Marathon".
Ah, ja: und noch eine Eigenwerbung für die "Männer Vogue" mit Marcel Reich-Ranicki — bleibt unklar, ob er nun beim "Uhren-Spezial" Handgelenk-Model war oder doch ein Mann ist, der bis an seine Grenzen geht (schwer zu sagen, wenn letzteres, ob er eher Typ "Klosterzelle" oder "Lauf-Rausch" ist).
11.03.2026 17:31
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Ganzseitige Werbeanzeige in der März-Ausgabe der Vogue des Jahres 1995, S. 151. Zwei Frauen, ein Mann, ein Mädchen und ein Junge stehen im hellen Sonnenlicht im Hof vor einem Gebäude (das nicht recht einzuordnen ist); sie halten sich an den Händen, lächeln, sind einander zugewandt; sie tragen weite aber zugleich figurbetonde Leinenkleidung in weiß und dunklem Blau, mit naturfarben Stricken als Gürtel oder Details, dazu flache Stoff- und 'Turnschuhe'; die Kleidung ist als eine Art reduzierte Abwandlung von Schnitten gestaltet, die man als "traditionell" für Österreich begreifen könnte, irgendwie "ethnisch" anmutend, aber in eine vermeintliche "Zeitlosigkeit" abstrahiert und verändert.
Hab heut die Vogue-Ausgaben des Jahres 1995 wg. einer Rezension durchgeblättert (Aufwand stand nicht wirklich im Verhältnis zum evtl. mal benötigten Text — naja). Hab aus Gründen begrenzter Zeit nicht die coolen Werbeanzeigen abfotografiert, aber dafür, warum auch immer, "Couture in Austrian Style".
11.03.2026 17:31
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Faltkalender. "Almanach 1977/78", auf Cover ein Gemälde auf dem jene Dampflok vor grünem Himmel auf stürmischer lila See fährt, innen über der Kalenderfläche: "Morgen schon 1 Tag weniger bis zum Sozialismus", "Bernhard Rindgen"
(verlag roter stern)
11.03.2026 06:38
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Im Mai erscheint »Öffentliche Kunstfreiheit« von Christoph Möllers und @nilsweinberg.bsky.social, und die Autoren haben kurz vor Drucklegung – und ganz in unserem Sinne – entschieden, diese aktuellen Eingriffe darin aufzunehmen, einzuordnen und zu kommentieren. (2/2)
10.03.2026 12:59
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demnächst mehr deiktische Präzision
10.03.2026 12:35
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Vielleicht wurde in den letzten Monaten Konzentration für den diese Woche erscheinenden Roman gebraucht. Weiß nicht. Auf Instagram ist er ja noch.
10.03.2026 11:19
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